Beschreibung:
Vom Parkplatz / Trailhead am Trail Canyon wandern wir im Licht der aufgehenden Sonne auf
der SR 276 in nördliche Richtung und haben nach ca. 0,5 mls den Abstiegs-
punkt zum Maidenwater Creek erreicht, GPS: 12S 0537927 4193903. Der Trail, der teilweise schlecht erkennbar ist, führt uns steil über Geröll nach unten in das Bett des Creeks. Nach einer kurzen Inspektion
des Tunnels, einer einem Stollen gleichenden Drainage, die die SR 276
durchörtert, folgen wir dem Verlauf des Creeks in östliche Richtung. Nach ca. 0.5 mls erreichen wir einen
Dryfall, der links zu umgehen ist. Kurz darauf erfolgt eine kleine Klettereinlage – der Abstieg
zurück in den Creek. Da wir seit 04:00 Uhr auf den Beinen sind, ein idealer Ort für eine kleine Rast. Frisch gestärkt wandern wir weiter und erreichen die Narrows, die den Creek in einen Canyon verwandeln. Die Sonne bringt den Navajo-Sandstein teilweise zum `glühen´. Kaskadenförmig geht es Creek abwärts. Hinter einem kleinen Chokestone wartet der erste kleine Pool, den wir trockenen Fußes überwinden können. Der Canyon weitet sich kurz. Tamarisken, Cottonwood Trees, als auch das von Geröll übersäte Bett des Creeks geben einen schönen farblichen Kontrast zu den Rottönen der Sandsteinwände.
Ca. 1 Meile sind wir durch den malerischen Canyon seit dem Dryfall gewandert, als ein Chokestone, unter dem sich ein größerer Pool gebildet hat, ein weiterwandern verhindert. Nach kurzem Überprüfen der Tiefe mittels der Wanderstöcke, hilft hier nur eins – Klamotten bis auf die Unterwäsche aus, Sandalen an und in den Pool klettern.
Das Wasser des Pools, das mir fast bis zur Hüfte reichte, war kühl, müffelte
recht gut und beheimatete unzählige, Tischtennisballgroße Kaulquappen. Was soll’s – it’s only water…, wie ein Bekannter mir einmal sagte.
Die Natur verändert sich. Im Jahr 2010 ist ein hüfttiefer Pool, eine Sandbank bestehend aus weichem Sand und die Hauptdrainage auf der linken Seite zu sehen. Nur 5 Jahre zuvor - ein Foto, mit freundlicher Genehmigung von Michael R. Kelsey, aus dem Buch ‘Canyon Hiking Guide to the Colorado Plateau, 5th Edithion’. Der Pool hat kleinere Dimensionen. Die Sandbank ist vom grauen Geröll, meist granitartig vom Mt. Hillers stammend, gezeichnet und die Hauptdrainage beschreibt rechter Hand ihren Lauf.
Nach mehrmaliger Durchquerung des Pools, um das Gepäck und Heike trocken hinunter zubringen, ging‘s weiter. Hier beginnt die Wet-Section des Canyons. Das Aussehen des Canyons ändert sich und nimmt photogene
subwayähnliche Züge an. Der Untergrund ist sandig, an manchen Stellen von
Geröll übersät – das Wasser knöcheltief. Nach ca. einer Meile erreichen wir Fun-Section Nr. 2. Hinter einem mächtigen
Chokestone liegt ein großer, ca. 15 m langer Pool. Das sehr klare und kalte Wasser reicht mir
nur bis zur Brust, so daß schwimmen nicht erforderlich ist und unser Gepäck trocken bleibt. Wieder verändert der Canyon sein Aussehen. Die letzte ¾ Mile bis zur Einmündung in den Trachyte Creek ist Maidenwater teils von Gräsern und Tamarisken zugewuchert.
Das hellgraue Geröll staut das fließende Wasser hier und da zu kleinen Pools,
die sich durchwaten, bzw. umgehen lassen. Kurz nachdem Passieren des letzten hüfttiefen Pools erreichen wir das Tal des Trachyt’s. Wir wandern in südöstliche Richtung, parallel zu Trachyte und dem Navajo Sandstein Massiv, in dem sich ein paar
Ruinen, Kivas aus der Fremont Era befinden, bis wir die Einmündung des Trail
Canyons erreichen. Bei einer ausgiebigen Rast genießen wir die malerische Umgebung und tauschen die Sandalen mit den Wanderschuhen.
Nun beginnt der anstrengendste Teil unserer Wanderung – durch den Trail Canyon zurück zur SR 276. Der Trail Canyon ist nichts spektakuläres. In früheren Zeiten diente er als Wagon Trail zur Woodruff und Star Ranch. Er ist der schnellste Weg von und zum Trachyte Creek. In der unteren Hälfte befindet sich eine Wasserstelle, die Kühe für sich beansprucht haben. ¾ des Weges gleichen einem grauen granitartigem Geröllfeld, transportiert durch die Kraft des Wassers aus dem Gefilden des Mt. Hillers. Ausblicke auf den Mt. Hillers entschädigen für die
`Stolperei´ aufwärts zur SR 276, die wir nach ca. 2,5 mls erreichen.
Fazit:
Eine einmalige, abwechslungsreiche Wanderung mit Canyonfeeling, in reizvoller, malerischer Landschaft mit sehenswerten Formationen, Highlights: Narrows und Pools – sehr empfehlenswert.
Round Trip.
Wegstrecke insgesamt: ca. 6,5 mls
Zeitbedarf insgesamt: ca. 9,5 h
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