Beschreibung:
Vom Wire Pass Trailhead, GPS: 12S 0408860 4097260, wandern wir in der Morgendämmerung nach Westen, queren den Coyote Wash und folgen dem Trail bis zum ersten Marker. Es erfolgt ein steiler, steiniger Aufstieg, der oben angekommen sich zu einem sandigen Pfad wandelt. Den Pfad folgen wir nach Süden, via Trailregister, bei dem wir uns ein- und später auch austragen, bis zu einem Wash, der zu passieren ist. Wer im letzten Viertel des Pfades kurz innehält und seinen Blick nach Südwesten, Pine Hollow Area schweifen läßt, der wird in einer Notch
diesen kleinen Dreispitz erkennen
– siehe Wanderung The Wave via Wire Pass Trailhead - Hoehe 5380 – Sand Cove – Top Rock.
Ein steiler Aufstieg über Slickrock steht bevor. Wir kennen bis dato 3 Möglichkeiten dazu. Nennen wir sie Middle Route (direkt), Western Route (serpentinenartiger Aufstieg) und Eastern Route (direkt). Über die Middle Route geht´s nach oben.
Im Licht der aufgehenden Sonne in Richtung Südsüdwest zu den
Twin Buttes,
die westlich oder östlich zu passieren sind. Wir wandern weiter nach Südwesten bis zu GPS: 12S 0410248 4095720. Hier beginnt der Aufstieg zur Höhe 5380, die wir nach ca. 20 min erreicht haben. Schön, wieder hier zu sein. Nach einer kurzen Rast, wandern wir nur mit den Kameras bewaffnet steil nach oben, in westliche Richtung, zu den
Lace Rocks der Coyote Buttes.
Das Gebiet erstreckt sich fast bis zur Rim - die verschiedenartigsten Formationen erwarten uns. Nach ausgiebiger Betrachtung kehren wir zur
Höhe 5380 zurück
und genießen den einmaligen Ausblick auf The Dive im Osten,
Top Rock,
The Wave und Sand Cove im Südosten – einzigartig und herrlich. Genug geschaut. Wir wandern unsere Aufstiegsroute abwärts und weiter in Richtung Sand Cove. Den Verlauf des Washes anfänglich folgend, umgehen wir eine kleine Staumauer und klettern aufwärts in den Sand Cove Wash Slot mit seinen ausgeprägten
purpur-gelben Farbspielen.
Auch hier sind noch einige gut gefüllte Pools vorhanden,
in denen das Leben pulsiert
– siehe Wanderung Edmaiers Secrets - Wire Pass Overlook. Das reflektierte Sonnenlicht läßt die Ostwand des Slots erglühen und seine feine Maserung in Szene setzen. Wir wandern weiter in Richtung Süden, passieren den Aufstiegspunkt zur Second Wave und legen einen kurzen Stop bei den
3 Buttes ein. Bis zu unserem Aufstiegspunkt,
dem kleinen ‘Checker Board Butte’ im Südosten von Sand Cove gelegen, sind es noch ca. 1 Meile. Parallel zum Top Rock Massiv wandern wir unserem Ziel entgegen. Letztes größeres Hindernis ist eine dem Butte vorgelagerte Sanddüne, dessen Überwindung sehr schweißtreibend war.
Vor dem Butte angelangt,
ärgere ich mich ein wenig über meine eigene ‘Blondheit’, denn der Weg direkt am Top Rock Massiv entlang, vor Jahren schon mal gelaufen, ist zwar etwas weiter, aber nicht so beschwerlich. Wie geht es hier nun weiter? Nach anfänglichen Überlegungen wählen wir die Südwestflanke, da der nordwestliche Bereich uns zu steil erscheint. Parallel zur von uns getauften ‘Schweinerinne’ - siehe Wanderung The Wave via Wire Pass Trailhead - Sand Cove – Top Rock, geht´s nach oben. Die Kletterei verläuft aufgrund der gegebenen Slickrock-Wabenstruktur des Buttes problemlos. Am ‘Gipfel’, einem kleinen Plateau, angekommen erwartet uns die nächste Klettereinlage zum Top Rock. Zerklüftete, steile Gebirgsstrukturen und ein Crack verhindern den direkten Zugang. Rechts vom Crack, über einen Vorsprung, besteht die einzigste Möglichkeit nach oben zu gelangen. Für mich bedeutet das, Gepäck absetzen, vorsteigen, Gepäck nachziehen und Heike beim Aufsteigen unterstützen - nicht ganz einfach, aber machbar. Nach ca. 45 min haben wir unser Ziel erreicht - Top Rock. Im Schatten einer vis-a-vis liegenden Formation genießen wir unseren Aufstiegserfolg bei einer Rast. Nach 25 min brechen wir nach Süden auf, umrunden den ‘Rastplatz’ und wandern weiter nach Norden GPS: 12S 0410122 4092816. Es erfolgt ein Richtungswechsel nach Nordost. Über Slickrock, vorbei an unzähligen, zum Teil gefüllten, Pools und dem höchsten Punkt Top Rock´s zieht es uns zu einer im Nordosten liegenden farbenprächtigen
Sandstein - Formation
GPS: 12S 0410747 4093237. In diesem Gebiet des Top Rock Massives sind gelb, rot und orange Töne an unzähligen Buttes und
skurrilen Gebilden,
versehen mit teils geflammten Mustern, vorherrschend. Die Aussicht auf die North-South Teepees ist von hier oben wunderschön. Auf geht´s zum nächsten Etappenziel ‘The Hidden Cave’ mit ‘Hourglass Rock’. Die nächsten 0,4 mls wandern wir über Sand und Slickrock, im herrlichsten Sonnenschein, in Richtung Nordnordwest zur einzigsten, auf diesem Plateau stehenden Pinie. Ihr Schatten ist uns willkommen. Das Thermometer zeigt nur noch 38° C an. Nach einer kurzen Rast steigen wir auf die nächste Ebene des Top Rock Massives ab. Wir wandern die nächsten 0,6 mls in nordwestliche Richtung - vorbei an hellen, abstrakten Sandsteinformationen und
einzigartigen Objekten,
parallel zum Osteingang Top Rock´s, zur im Westen liegenden
‘Hidden Cave’.
Die Wände im Inneren dieser kleinen, gewölbeartigen ‘Höhle’ bestehen aus gelben, kontrastreichen Sandstein mit feiner rötlicher Musterung - ein bemerkenswertes Farbspiel. Außerhalb, auf der Westwand von Top Rock, steht unscheinbar hinter einem Butte versteckt der
‘Hourglass Rock’ - phantastisch.
Nach einem kurzen Blick in den Sand Cove verlassen wir, via den wunderschönen
‘Streifen-Butte’
das Top Rock Massiv, abwärts, in Richtung Osten. Am Top Rock entlang wandern wir nach Norden zu den Beehives, einer interessanten Formation. Nach Südsüdwest gewandt, erklimmen wir einen letzten Aufstieg und stehen vor dem
Nordeingang der Wave.
Wieder ist keine Menschenseele weit und breit. Bei herrlichstem Sonnenschein genießen wir ein letztes Mal diese einmalige Laune der Natur. Ca. 9,5 h sind seit unserem Start am Wire Pass Trailhead vergangen - Zeit Abschied zu nehmen.
Bye, bye Wave - bis irgendwann einmal.
Wir begeben uns auf den bekannten Rückweg zu den Twin Buttes und legen an deren Nordseite, wo schon ein Wandersmann pausiert, eine letzte Rast ein. Der Gute, ein Amerikaner asiatischer Abstammung, saß fix und fertig an den Twins. Er trug eine Unterschenkelprotese und sein einzigstes Hilfsmittel zum Gehen, was er bei sich hatte, war ein Wanderstock. Besorgt fragten wir ihn mehrmals, ob alles o.k. sei, was er lächelnd bejahte. Unweit von ihm, an ‘unserem’ angestammten Platz, regenerierten wir uns etwas von den vorangegangenen Strapazen. Nach geraumer Zeit begibt er sich auf den Rückweg. Nochmals fragen wir ihn - für ihn ist Alles o.k. Für uns nicht. Es tut schon weh, zuzusehen, wie der sich quält. Irrsinn, Leichtsinn oder nur bewußt mit der eigenen Situation umgehen - Was trifft auf ihn zu? Ich entscheide mich für Letzteres. Die Kräfte kehren langsam zurück. Wir begeben uns auf unsere letzte Etappe - zum Wire Pass Trailhead.
Beim Austragen am Trailregister stellen wir verwundert fest, daß mit uns 38 Personen im Gebiet der Wave waren - Spitzenreiter eine 20-köpfige Gruppe aus Asien. Nach 20 min erreichen wir den Trailhead. Raus aus den Klamotten, was Kaltes aus dem Kühlschrank und Duschen. Wie ‘neu geboren’, lassen wir diesen wunderschönen Tag in Revue passieren. Doch richtige Ruhe will nicht einkehren. Was ist mit dem Wandersmann von den Twin Buttes? Nach meinen Schätzungen wird er wohl das Vierfache unserer Zeit benötigen. Da wir uns wieder einigermaßen fit fühlen, packen wir das Notwendigste zusammen und beschließen, nach Ablauf der anberaumten Zeit, ihm entgegen zu laufen. Doch das war nicht mehr notwendig. Kurz vor Ablauf der ‘Frist’ erreichte er erschöpft, aber mit einem Lächeln im Gesicht, sein Fahrzeug - Gott sei Dank. So können wir zufrieden und glücklich über das Erlebte, unseren letzten Besuch in einmaligen Coyote Buttes North genießen.
Fazit:
Eine vielseitige, wunderschöne, wenn auch anstrengende Tageswanderung in den Coyote Buttes North. Es lohnt in jedem Fall, in Abhänigkeit von Zeit, Interessen und dem Wetter, nicht nur die einzigartige ‘Wave’ zu besuchen, sondern auch ihre eindrucksvolle Umgebung. Alle Mühen werden mit spektakulären Aussichtspunkten, skurrilen Gesteinsformationen, versteckten Arches und Alkoven, vielseitigen Farbkombinationen und Muster belohnt. Einzigstes Manko - der leidige Permit. Suma sumarum – absolut empfehlenswert.
Wegstrecke insgesamt: ca. 12 mls
Zeitbedarf insgesamt: ca. 11 h
Topo Maps der Wanderung The Wave – Eine Abschiedstour
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