Wanderung Swett Creek – Woodruff Canyon – 2 Tage Backpacking, via SR 276, Utah
Intro:
Nach einem ereignisreichen 3-tägigen Backpacking-Trip zum Happy Canyon fuhren wir zu Hole Springs, um uns zwei weitere wunderschöne Canyons anzuschauen – den Swett Creek mit dem Hoskinnini Monument und den Woodruff Canyon. Verschiedenfarbige Sandsteinformationen, einzigartige Strukturen, Potholes und eine üppige Canyon-Vegetation erwarten den Wanderer auf diesem anstrengenden und anspruchsvollen 2-tägigen Backpacking-Trip, abseits der Touristen-Pfade, in nahezu unberührter Natur.
Lage:
SR 276, Hanksville / Bullfrog, UT. Anfahrt: Von Hanksville: Von der JCT US 24 - US 95, der US 95 (Hanksville, UT – Hite, UT) ca. 26 mls nach Süden, bis zur JCT UT 95 – SR 276 folgen. Nach weiteren ca. 12 mls auf der SR 276 haben sie den kleinen Parkplatz, rechts an der SR 276 liegend erreicht. GPS: 12S 0537111 4190566. Die aktuellen Straßen- und Wetterbedingungen, können im Visitor Center - Henry Mountains Field Station in Hanksville erfragt werden. Die Öffnungszeiten und Adressen der einzelnen Visitor Center finden sie auf der Seite Visitor Center in Southern Utah.
Karten:
Mount Holmes, Hite South, Black Table.
Equipment:
DeLorme PN-60, Digitalkompass.
GPS:
Koordinaten in Universal Transverse Mercator (UTM) Datum in North American Datum 1927 (NAD27)
Trailhead:
Parkplatz an der SR 276.
Besonderheiten:
Datum der Wanderung:
04 / 2013
Wetter:
Warm und sonnig tagsüber, kühl in der Nacht.
Campen:
Westlich der SR 276, in der Nähe von Hole Springs oder auf dem Stanton Creek CG am Lake Powell. Ausstattung: Natur pur.
Permits / Fees:
Nicht erforderlich. / Keine.
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Beschreibung:
Tag 1: Hole Spring/SR 276 - Swett Creek – Camp am Trachyte
Nach einem ca. halbstündigen Marsch auf der SR 276, erreichen wir den Trailhead (TH) am Swett Creek und wandern über einen kleinen, unscheinbaren, in Geröll eingebetteten, Pfad in den Swett Creek hinab. Es ist sonnig, der kurzzeitige Wintereinbruch der letzten Tage ist passé.
Wir bewegen uns auf bekanntem Terrain, über Schotter, Boulder und Slickrock
den Canyon abwärts. Das werden unsere Begleiter bis zum Trachyte sein. Der Swett Creek ist kochentrocken. Keine mit Wasser gefüllten Potholes, die die Umgebung im Sonnenlicht so herrlich reflektieren.
Dafür grünt und blüht es im Canyon, was einen einmaligen Kontrast zu
den teils mit Desert Varnish verzierten Canyonwänden bildet. Nach ca. 5,5 mls, vom TH am Woodruff, passieren wir Swett Spring - Zeit für eine Mittagspause, und um die Wasservorräte zu ergänzen. Weiter geht’s! Ca. 1,8 mls später, verengt sicht der Swett Creek zu einem Slot, den wir links umgehen. Das Ende des Slots ist von einem
Chokestone blockiert und bildet einen Dryfall. Das ca.
drei Meter darunterliegende Pothole ist mit trüben Wasser gefüllt, Erinnerungen an die Wanderung Maidenwater werden wach. Da keine natürliche Abstiegshilfe vorhanden ist, fixiere ich unser Seil mit einem natürlichen Anker und klettere in die Brühe hinab. Die ist nicht tief, verströmt aber einen sehr „würzigen“ Duft. Nach dem ich unser Gepäck und Heike von diesem Obstacle weggetragen hatte, genehmigen wir uns eine kleine Rast in der Sonne.
Im Verlauf des weiteren Weges wird der Canyon immer breiter. Cottonwood
Trees und Sträucher säumen den Verlauf des trockenen Creeks. Es ist spät am Nachmittag, wir erreichen das Hoskinnini Monument. Benannt zu Ehren des 1912 verstorbenen Navajo Chief [Hush-Kaaney] - Angry One.
Einem auf einem Hügel thronenden Pillar aus Wingate Sandstone, der nur von
Osten gesehen einer Sphinx gleicht – sehr imposant. Nach einem Photostop begeben wir uns auf die vorletzte Etappe des heutigen Tages. Wir umgehen einen ca. 3 m hohen Wasserfall auf der rechten Seite, ein freestandig Pillar zieht uns seinen Bann. Nach weiteren 0,3 mls sind wir am Trachyte angelangt. Wir ergänzen unsere Wasservorräte, kein guter Entschluß, wie sich später herausstellen wird. Die Szenerie am Trachyte ist malerisch. Ein sanft dahin fließendes Flüsschen, Bieberdämme und Sandbänke mit typischer Ufervegetation eingerahmt von den Sandsteinwänden des Canyons, die im Licht der untergehenden Sonne erstrahlen.
Wir suchen uns einen geeigneten Platz und schlagen unser Camp auf.
Zeit für’s Abendessen und einen Kaffee. Die Vorfreude darauf wird leicht getrübt, denn das vorher aufgefüllte Trachyte-Wasser hat eine leichte schweflige Note – Was soll’s! Bis zum Einbruch der Dunkelheit genießen wir noch die Stille und Einsamkeit – ein langer anstrengender und erlebnissreicher Tag geht zu Ende.
Tag 2: Camp am Trachyte – Woodruff Canyon – Hole Spring
Der Tag beginnt mit dem üblichen Prozedere. 07:30 Uhr sind wir wieder auf dem Trail und nach ca. einer Meile am eindrucksvollen Zusammenfluß von
Woodruff und Trachyte.
Wir wandern in den Woodruff und stehen nach ca. 0,14 mls vor dem ersten Obstacle. Ein riesiger Fallen Rock verhindert ein
weiteres Vordringen in den Canyon.
Wer über ihn hinweg klettern möchte, wird definitiv naß. Wir umgehen das Hindernis auf der rechten Seite, was etwas Kletterei
erfordert, die nicht ganz ungefährlich, aber machbar ist. Ein Seil ist an dieser
Stelle sehr hilfreich. Hier ein kleines Video dazu. Der Canyon wird zu einem Slot, der nur wenig Wasser führt. Ihn weiter zu verfolgen, macht wenig Sinn, da je nach Wasserstand Schwimmen erforderlich ist und der Slot vor einem ca. 4 Meter hohen Dryfall/Wasserfall endet. Nach ca. 0,4 mls finden wir einen geeigneten Ausstieg - Obstacle Nr.2, GPS: 12S 0542825 4189894. An einer steilen Ledge klettern wir nach oben und ziehen mit unserem Seil das Gepäck hoch.
Wir wandern parallel zum Slot (HL 4000), steigen in die South Fork des
Woodruff Canyons hinab, GPS: 12S 0542675 4189948, auf der gegenüberliegenden Seite wieder hinauf und weiter bis zum
Dryfall. Bei einer ausgiebigen Rast genießen wir, bei herrlichem Sonnenschein
die wunderschöne Landschaft. Weiter geht’s den Canyon stetig aufwärts, der den Weg vorgibt. Wir passieren einige kleine Slots und Dryfalls, bis wir nach ca. einer Stunde einen Pool erreichen, der zum Baden einlädt. Eine Meile später verändert der Canyon sein Aussehen. Dichte, üppige Vegetation durch die sich der Creek des Woodruff schlängelt, begleitet uns die nächste Meile. Nichts Photogenes im Vergleich zur Lower Section des Woodruff. In der Nähe einer Quelle ergänzen wir zum letzten Mal unsere Wasservorräte. Wir passieren die Fork des Woody – ein Playground für Canyoneers. Der Canyon wird zusehends weiter.
Die letzten ca. 1,7 mls folgen wir dem sandigen Bett des Woodruff Creek
in Richtung unseres Trailheads an der SR 276. Hier endet unser 2-tägiges Abenteuer in einer der abgelegensten und schönsten Gegenden Utahs.
Fazit: Ein anstrengender, anspruchsvoller und sehr abwechslungsreicher Backpacking-Trip, abseits der Touristenpfade, in einer reizvollen, malerischen Landschaft mit sehenswerten Formationen. Highlights: Swett Creek und Lower Woodruff Canyon – sehr empfehlenswert.
Topo-Map Wanderung Swett Creek - Woodruff Canyon
Round Trip. Wegstrecke insgesamt: ca. 19,5 mls Zeitbedarf insgesamt: ca. 2 Tage
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