hinweise und Gefahren beim Wandern

 

Hinweise zu den Wanderungen:

Die hier beschriebenen Wanderungen widerspiegeln unsere eigenen Erfahrungen. Alles kann! – Nichts muß!
Für Nachahmungen, insbesonders die Auf- und Abstiege, übernehmen wir keine Gewähr.
In den jeweiligen BLM Visitor Center können Auskünfte zu den entsprechenden Gebieten, in Abhängigkeit vom diensthabenden Personal, eingeholt werden. Für die Cottonwood Canyon Road ist das BLM Visitor Center in Cannonville zuständig. Mrs. Jean Hall kennt sich in diesem Gebiet sehr gut aus und hält einige Tips parat.

Gefahren beim Wandern:

Dehydration:
Beim Wandern auf dem Colorado Plateau ist eines der wichtigsten Dinge, ausreichend Wasser mit sich zu führen!
Auf natürliche Wasserressourcen (Quellen, Seeps, Bäche, etc.) kann man sich nicht immer verlassen, da diese jahreszeit- und wetterabhänig sind.
Der persönliche Wasserbedarf richtet sich neben den eigenen Trinkgewohnheiten, nach Außentemperatur, schwere der Wanderung und verfügbarem Schatten.
Ein guter Richtwert ist eine Gallone per Person und Tag.
Ausreichendes Trinken bei mehreren kleinen Trinkpausen ist besser, als eine große Trinkpause! Tips: Kaue hin und wieder einen Kaugummi, dadurch trocknet dein Mundraum nicht so schnell aus. Atme durch die Nase ein und auch wieder aus. Mit dieser Methode atmest du nicht soviel Feuchtigkeit ab.
Wasser aus natürlichen Wasserressourcen ist meistens von menschlichen Ausscheidungen und Verschmutzungen, Ausscheidungen von Rindern und anderen Tieren, als auch alkalischen Mineralien kontaminiert.

Dieses Wasser sollte immer vor dem Trinken aufbereitet werden. Folgende Methoden stehen dafür zur Verfügung:

1. Abkochen des Wassers
Wasser mindestens 3 - 5 Minuten sprudelnd abkochen.
Vorteil: Fast alle Mikroorganismen werden abgetötet.
Nachteil: Das Abkochen des Wassers ist eine sehr zeit- und energieintensive Variante.
2. Entkeimungsmittel
Gibt es in Tablettenform, als wässrige Lösungen, mit Chlor oder Silber-Ionen.
Vorteil: Fast alle Mikroorganismen werden abgetötet. Leicht zu tragen und anzuwenden.
Nachteil: Geschmackseintrübung bei chlorhaltigen Mitteln, die aber durch das Mischen mit anderen Getränken oder der Beigabe von Brause- Mineraltabletten weitestgehend unterbunden werden kann.
3. Wasserfilter
Je nach dem Vorhaben bietet der Outdoor-Markt viele Varianten von Wasserfiltern an.
Vorteil: Einfache Handhabung, filtert Partikel und begrenzt, je nach Typ, Mikroorganismen. Keine Geschmackseintrübung des Wassers.
Nachteil: Zusätzliches Packgewicht und Nebenkosten, die durch periodische Erneuerung des Filtermaterials entstehen.
4. UV-Licht
Wasseraufbereitung durch Geräte mit UV-Licht ist die modernste Methode.
Vorteil: Fast alle Mikroorganismen werden abgetötet. Einfache und schnelle Handhabung, relativ geringe Betriebskosten.
Nachteil: Vorfiltern bei partikelbelastetem Wasser, Filtern großer Wassermengen ist umständlich, keine Wirksamkeit bei chemisch belastetem Wasser.
Bei längeren Touren haben wir immer einen Wasserfilter und Entkeimungsmittel im Gepäck.


Hyponatriämie:
Ist ein zu niedriger Natriumspiegel im Blut, der durch starkes Schwitzen, übermäßiges Trinken von nichtmineralischen Getränken, Essen von ungesalzenen Speisen und dem damit verbundenen Ausscheiden von Natrium entsteht.
Die Symptome können Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und häufiges Urinieren sein.


Hitze:
Die wunderschönen Wüsten des Colorado Plateaus mutieren im Sommer zu den unwirtlichsten Gebieten - für Mensch und Tier.
Temperaturen von über 40 °C sind keine Seltenheit, sondern an der Tagesordnung.
Um den Gefahren wie Dehydration, Erschöpfung, Hitzschlag und schlußendlich auch dem Tod zu entgehen, empfehlen sich folgende Regeln:
- Plane deine Wanderungen im Voraus. Versuche anstrengende Wanderungen nach Möglichkeit in eine kühlere Jahreszeit zu verlegen.
- Beginne deine Wanderung in den frühen Morgenstunden und pausiere in der Mittagshitze nach Möglichkeit im Schatten.
- Trage luftige, der Situation angepasste Kleidung, die auch Arme und Beine bedeckt. Vernachlässige nicht die Kopfbedeckung. Ein Hut mit breiter Krempe schützt auch Gesicht und Nacken.
- Die Wüstensonne kann sehr aggressiv sein. Sage dem Sonnenbrand den Kampf an. Wandern und Bräunen des Körpers sind meistens keine glückliche Kombination.
Benutze regelmäßig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor - soviel wie nötig!


Tiere:
Respektiere die Tiere, denn du bewegst dich in ihrem Habitat.
Achte aufmerksam darauf, wo du hin greifen, treten oder dich niederlassen willst. Halte bei Tiersichtungen einen respektablen Abstand und störe nicht.
Klapperschlangen können so nett sein, wie die Mitmenschen in deiner Umgebung.
Diese schönen Kreaturen sind zwar giftig, jedoch scheu und nicht aggressiv. Sie warnen, bis auf wenige Ausnahmen, im Voraus, wenn man ihnen zu nah kommt. Ausnahme: Sie werden provoziert!
Skorpione. Diese nachtaktiven Gliederfüßler, bekannt durch ihren gekrümmten, mit einem Stachel versehenen, Schwanz verfügen über keine ausreichenden Giftmengen, die einen erwachsen Menschen töten.
Jedoch kann ihr Stich schmerzhaft sein und manchmal allergische Reaktionen hervorrufen.


Pflanzen:
Auch hier gilt: "Nur gucken! Nicht anfassen!"
Es gibt Handvoll giftige Pflanzen, deren markantesten Vertreter Poison Ivy, Poison Oak sind und durch die Anzahl der Blätter, 3 pro Zweig, identifiziert werden können. Hilfreicher Reim: "Leafs of three - Let it be!"
Bei Kontaktaufnahme durch Berührung wird die ölige Substanz der Pflanze, das Urushiol, durch die Haut aufgenommen und führt zu Hautirretationen, Ausschlag, Blasenbildung und allergischen Reaktionen. Sollte eine Kontaktaufnahme erfolgen, müssen innerhalb der nächsten 5 bis 10 Minuten die betroffenen Partien mit Seife gründlich gereinigt werden.
Betroffene Kleidung ist zu separieren, ein Arzt zu konsultieren.

Die Wahrscheinlichkeit sich beim Bushwhacking, Bouldern, Klettern oder an Dornen und Stacheln zu verletzten, ist weitaus höher. Verletzungen durch Stacheln verschiedener Kakteenarten können unangenehme, schmerzhafte und schlecht heilende Wunden verursachen.


Navigation:
Benutze vorgegebene, befestigte Pfade und Hinweiszeichen in den State-, Nationalparks und Monuments. Nutze die Informations-Center, Kioske und Broschüren. 
Bereite dich gut vor, und plane im Voraus, wenn du dich abseits der Touristenpfade bewegst.
Benutze topographische Karten, Kompass und wenn nötig ein GPS-Gerät. Achte auf Landmarken, Tierpfade und Wanderzeichen wie Cairns (Steinhaufen, -männchen). Behalte deine Zielrichtung immer im Auge.
Bedenke, daß auch andere Wanderer den Pfad markieren. Bist du unsicher, ob du dich auf dem richtigen Pad befindest, dreh dich ruhig einmal um und riskiere einen Blick in die Richtung, aus der du gekommen bist.
Wandere gegebenenfalls zurück. Wandere nie stur von einem Cairn zum anderen, sondern beobachte deine Umgebung.
Setze dir bei langen Wanderungen reelle Zeitmarken.
Hast du Zweifel und findest du nicht den richtigen Pfad oder du liegst nicht mehr in der Zeit - dann kehre um!
Ermüdung, Unvorsichtigkeit und Selbstüberschätzung sind die drei Wanderkumpane, die keiner braucht. Sie können zu fatalen Fehlern führen, bis hin zum Tod - wie es leider fast jedes Jahr geschieht.


Verletzungen:
Die meisten Verletzungen beim Wandern entstehen durch Fehlbelastungen, Verdrehung und Verstauchungen der Gelenke an Knie und Fuß.
Achte darauf, wo du hintrittst und auf einen sicheren Stand, um Verletzungen dieser Art vorzubeugen.

Kondition:
Je besser dein physischer Zustand ist, desto mehr wirst du deine Wanderungen genießen und deinen Körper schonen können.

Belastungen:
Minimiere die körperliche Belastung besonders bei langen Wanderungen und Backpacking-Touren durch eine gleichmäßige Gewichtsverteilung, vor allem bergabwärts.
Benutze Wanderstöcke - deine Gelenke werden es dir danken.


Wetter:
Beachte die Wettervorhersagen für das Gebiet, in dem du wandern willst. Auskünfte erteilen die Visitor Center, in der heutigen Zeit, das Internet.
Sei vorbereitet auf mögliche Wetterumschwünge.
Monsun-Zeit auf dem Colorado-Plateau ist von Juli bis September.

Gewitter:
Anzeichen für ein Gewitter sind hohe, schwarze Wolkenbänke am Himmel, ein Auffrischen des Windes und manchmal ein merkliches Abkühlen der Außentemperatur.
Wenn du umkehren kannst, dann tue es! Kannst du nicht ausweichen, dann suche Schutz unter Felsvorsprüngen, Überhängen, Alkoven oder Ähnlichem. Meide freie Gebiete.
Setze, oder hocke dich auf isolierendes Material und warte, bis das Gewitter vorüber ist.

Flash Floods:
Die Flash Floods (Spring-Fluten) auf dem Colorado-Plateau sind ein für Mensch und Tier ein äußerst ungesundes und oft mit dem Tod endendes Naturschauspiel.
Ein trauriges und mahnendes Beispiel ist der Tod von 11 Menschen in einem sehr beliebten Slot-Canyon am Lake Powell.
Meide die engen Slot-Canyons, auch wenn sie noch so schön sind - bei Flash Flood Warnung und Unwetter.
Canyons dienen als Drainage (Ablaufsystem) für Schmelz- aber vor allem für Regenwasser. Die plötzlich auftretenden Wassermassen und können Unmengen an Treibgut, Schlick und Steinen mit sich führen.
Der frühere Wasserstand in einem Canyon läßt sich zum Beispiel ganz einfach durch das in der Höhe verkeilte Treibgut ermitteln. So kann man erahnen, wie die Naturgewalten hier einst gewirkt haben - wie zum Beispiel in der Buckskin Gulch.
Hinweise für eine bevorstehende Flash Flood sind donnernde, grollende, einem Güterzug ähnelnde Geräusche, eine Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und des Sedimentgehaltes des Wassers im Canyon - oder plötzlich entgegenkommendes Wasser.
Finde eine erhöhte Position und warte dort den ganzen Spuk solange ab, bis ein Weitergehen möglich ist.

Straßen und -Verhältnisse:
Bei Fahrten ins Hinterland zu den Trailheads der Wanderungen entscheidet jeder für sich selbst. Mit einer gesunden Mischung aus Ratio und Motio kommt man ganz gut, außerhalb der Urbanität, zum Ziel.
Ein Notfall-Kit bestehend aus Schaufel, Abschleppseil, einer kleinen Säge, einem elektrischen Kompressor, Reifenreparatur-Schaum und dem passenden Werkzeug kann sehr hilfreich sein, wenn man auf sich allein gestellt ist.
Die aktuellen Straßenverhältnisse und Wetterbedingungen sollten immer, vor Antritt der Fahrt, in den jeweiligen BLM Visitor Center erfragt oder vom Internet auf das Smartphone übertragen werden.
Die Straßenbedingungen für das GSENM befinden sich auf der Seite die Road Conditions.

Camping:
Private und staatliche Campgrounds sind in den wunderschönen Gegenden des Südwestens rar gesät. Für Naturliebhaber bietet sich die Möglichkeit des Boondocking an. Campen in der freien Natur und abseits der Zivilisation – eine Erfahrung, die wir nicht mehr missen möchten. Im BLM Land ist das Campen fast überall erlaubt. Auskunft erteilt das jeweiligen BLM Visitor Center oder BLM Field Office.
Kostenfreie Overnight–Permits, wo erforderlich, ebenfalls.
Bitte hinterlaßt nur Eure Fußspuren – sonst nichts.
 

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© Michael Haudek  2009-2017    Version 20170216